Die Väter kauften, die Söhne bauen.

Generationenübergreifender Spatenstich am Friedhofweg: Im Vordergrund (v.l.) Anton und Vater Armin Lanz von der A. Lanz Metallbau AG, André und Vater René Schärer von Schärer Architekten GmbH sowie Kurt und Sohn Martin Gränicher von der Bauunternehmung Gränicher AG.

Es ist bei weitem nicht die grösste Baustelle in Huttwil, aber eventuell diejenige, die dem Bauhandwerk in Huttwil und seinen Nachbargemeinden am meisten Arbeit bringt: Am Friedhofweg entsteht in den nächsten Monaten ein Mehrfamilienhaus mit 11 Eigentumswohnungen. Gebaut werden sie von den Huttwiler Unternehmen Schärer Architekten GmbH, Bauunternehmung Gränicher AG und A. Lanz Metallbau AG.

Gekauft haben die drei Unternehmen das Areal genau zum erwähnten Zweck: als Arbeitsreserve. Das war allerdings bereits 1972, wie Anton Lanz beim Spatenstich am Freitagnachmittag festhielt. Damals war noch die Vätergeneration der heutigen Firmeninhaber am Ruder: Armin Lanz, Kurt Gränicher und René Schärer sowie ein weiterer ­Partner.

Zuletzt Weideland

Lange funktionierte die ursprüngliche Idee gut: Am Dornackerweg und am Meisenweg entstand seinerzeit Einfamilienhaus um Einfamilienhaus. Bis 1985. Seither weideten auf dem Rest des Landes am Friedhofweg nur noch Schafe und Esel, gewann ein Kaninchenhalter Gras für seine «Tablarkühe». Bis André Schärer an der Gewerbeausstellung G13 das Heft wieder in die Hand nahm und ein Projekt für ein Mehrfamilienhaus mit Eigentumswohnungen präsentierte.

Wertschöpfung: 6 Millionen

Beim Bau werde auf Langlebigkeit und günstigen Unterhalt geachtet, betonte der Architekt. In den 3,5- bis 5,5-Zimmer-Wohnungen gehört bloss ein Kern mit Reduit zur tragenden Konstruktion, deshalb können die Käufer nicht nur den Ausbau, sondern auch die Grundrisse mitgestalten. Das Architekturbüro Schärer selber wird eine Wohnung als ­Büro nutzen.

Rund 90 Prozent der Arbeiten konnten an Unternehmen aus Huttwil und der näheren Umgebung vergeben werden. Das entspreche einer Wertschöpfung von fast 6 Millionen Franken, betonte André Schärer. Verlässliche Zahlen fehlen zwar, doch damit dürfte der Neubau am Friedhofweg diesbezüglich gegenwärtig zu den grössten in Huttwil ge­hören.

Beim Bauvolumen sieht es allerdings anders aus. Da werden allein auf dem Areal der alten Möbelfabrik Meer an der Sonnegg­strasse 38 Eigentumswohnungen gebaut, und weitere 22 sind in unmittelbarer Nachbarschaft am Mühleweg 22 angekündigt.

Bedarf weiter vorhanden

Dass der Bedarf für ihre Wohnungen trotz des Baubooms da ist, liest André Schärer daran ab, wie leicht die erste Hälfte der Wohnungen bisher Abnehmer fand. Seit der G13 habe das Konsortium Meisenweg, wie sich die Bauherrschaft nennt, dafür kaum noch Werbung gemacht. Nun wolle es die Werbeanstrengungen wieder verstärken. «Ein Verkauf im Bau ist leichter als ab Plan», hält der Architekt fest, der deshalb überzeugt ist, dass auch die noch zu habenden Wohnungen Abnehmer finden werden.

Die Rahmenbedingungen haben sich geändert, seit die drei Huttwiler Unternehmen 1972 das Land zwischen Dornacker- und Friedhofweg kauften. Doch mit etwas Verzögerung und neuem Konzept funktioniert die Idee von Armin Lanz, Kurt Gränicher und René Schärer 2016 immer noch. Davon überzeugten sich die drei Senioren beim Spatenstich persönlich. (Berner Zeitung)